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Meinung: das Urheberrecht


Dank Julia Schramm und Marina Weisband ist das Thema Urheberrecht mal wieder auf die Agenda gerückt. Ihre Buchveröffentlichungen über gewöhnliche Verlage waren auf große Kritik innerhalb der Piratenpartei gestoßen, die ja bekanntermaßen eine Veränderung des Urheberrechts fordern. Im bisherigen Urheberrecht sehen sie ein „überkommenes Geschäftsmodell“, welches nicht länger geschützt werden soll.

Quelle: Piratenwiki 


Sven Vetter, einem in Piratenkreisen anerkannten Rechtsanwalt, argumentiert folgendermaßen: „File-Sharing ist gesellschaftliche Realität. Aktuelle Studien belegen, dass die absolute Mehrheit junger Menschen den Tausch digitaler Inhalte als selbstverständliches Recht betrachtet. Es ist unmöglich, auf lange Sicht Verbote beizubehalten, welche nicht mehr dem gesellschaftlichen Konsens entsprechen.“ 


Aha. Ich bin da leider ganz anderer Meinung als Herr Vetter. Wir junge Menschen sind mit dem Internet aufgewachsen und kennen alle File-Sharing Seiten, auf denen man an Filme, Musik und Bücher gelangt. Und wer dies nicht kennt, der kennt zumindest jemand der es kennt. Von File-Sharing haben wir junge Menschen also schon alle einmal profitiert. Soweit so gut. Aber sollte deswegen das Urheberrecht geändert werden? Das Urheberrecht ist nichts anderes als der Schutz geistigen Eigentums und Einnahmequelle für Künstler. Und dies ist auch gut so. Denn nicht jeder Künstler ist Superstar und verdient Millionen. Das mussten auch Julia Schramm und Marina Weisband erkennen, die finanziell von ihrem Verlag unterstützt wurden.


File-Sharing schadet den Künstlern und Autoren und ist daher zu Recht verboten. Jedoch sollten Verlage, Labels und Unternehmen neue Wege suchen, um ihren Kunden Produkte auch weiterhin zu verkaufen und auf deren Interessen eingehen. Musik Streaming-Dienste wie Spotify oder Simfy sind hier ein erster Schritt in die richtige Richtung. Gegen eine kleine Monatliche Gebühr kann Musik völlig legal im Internet gehört werden. Die Diskussion sollte sich nicht um das Urheberrecht drehen, sondern um die im Moment noch mangelhaften Angebote der Vertriebsgesellschaften.


Das Urheberrecht in Deutschland schützt die Künstler und Verlage. Dies halte ich für den richtigen Ansatz. Ob Urheberrechte auch nach dem Tod noch gelten müssen bleibt für mich eine andere Frage, die in diesem Zusammenhang durchaus noch stärker öffentlich diskutiert werden könnte.